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Abgasskandal Renault

Klagswelle in Deutschland läuft an, auch wir haben erste Klagen in Österreich eingebracht

Der französische Autohersteller Renault hat mit seinem SUV Renault Kadjar 1.5-Liter ein Diesel-Fahrzeug am Markt, das die Stickoxidwerte (NOx) um das 14-Fache übersteigt. Laut Kraftfahrzeugbundesamt (KBA) ist der Renault Kadjar 1.5-Liter damit der größte getestete Luftverschmutzer unter den Diesel-PKWs. Auch bei anderen Renault-Dieselfahrzeugen liegen die Stickoxidwerte um das Acht- bis Elffache über den zulässigen Grenzwerten.

Der Abgasskandal bei Renault führte bereits zu einer Klagewelle in Deutschland – zuerst gegen Renault-Händler (Urteile des LG Düsseldorf vom 09.05.2016, Az. 23 O 195/15 und vom 05.02.2018, Az. 5 O 369/16) und nun auch gegen den Hersteller selbst.

Abgasskandal Renault: Die Hintergründe zur Renault-Affäre

2017 erhob die französische Antibetrugsbehörde schwere Manipulationsvorwürfe gegen Renault. Der Autohersteller habe illegale Software in seinen Diesel-Fahrzeugen installiert. Diese soll die Arbeit des Dieselmotors bei offiziellen Abgastests verändern, um den Ausstoß von Stickoxiden zu verringern, während sie auf den Straßen mehr Abgase als zulässig in die Luft stoßen. Auf diese Weise erhielten die Fahrzeuge die notwendige Typgenehmigung, die ihnen anderenfalls verwehrt bliebe.

Die Antibetrugsbehörde verklagte Renault im Diesel-Skandal auf 3,5 Millionen Euro Strafe. Die Behörde wirft dem Konzern sogar vor, dass der Diesel-Skandal bei Renault bereits vor 25 Jahren begann. Schon damals soll das Unternehmen bei Abgastests betrogen haben. Einen Gerichtstermin gab es bisher aber nicht (Stand: 05.07.2018).

Bei einem fast neuen Renault Scenic maß die Deutsche Umwelthilfe 2018 auf der Straße eine 13,5-fache Überschreitung des Grenzwertes. Es halte nicht einmal die Grenzwerte der Euronorm 1 ein, die vor 25 Jahren eingeführt wurde.

Offizielle Rückrufe bei Renault im Abgasskandal

Rückrufe wird es ohnehin nicht geben. Nur das Land, in dem die Autos zugelassen wurden, kann auch einen Rückruf zum Beispiel wegen illegaler Abschalteinrichtungen anordnen. Allerdings sieht das EU Recht trotzdem eine Möglichkeit vor, ausländische Hersteller zu bestrafen. Wenn das KBA bei Fiat-Fahrzeugen eine illegale Abschalteinrichtung finden sollte, könnte Deutschland Strafen von bis zu 5.000 Euro pro manipuliertem Auto aussprechen. Ob das passieren wird, ist allerdings fraglich. Gegen Fiat und Renault wurden bislang trotz illegaler Abschalteinrichtung keine deutschen Strafen ausgesprochen. Hier hält man sich doch sehr zurück und will die anderen Länder nicht verärgern. Schließlich könnte das dazu führen, dass auch deren Ermittler bei deutschen Autos genauer hinschauen.

Fahrverbote in Deutschland betreffen Sie jedoch genauso

Welche Renault-Modelle sind vom Abgasskandal betroffen?

Captur 1,5 Liter; Espace 1,6 Liter; Kadjar 1,5 Liter; Kadjar 1,6 Liter; Master 2,3 Liter; Megane Energy; Scenic 1,6 Liter dCi

Alle Euro 6

Thermofenster:

Das sogenannte Thermofenster, das vermutlich auch in den Fahrzeugen von Renaul verbaut ist, regelt die Abgasreinigung. Bei niedrigen und hohen Außentemperaturen wird die Abgasreinigung gedrosselt oder ganz abgeschaltet. Das Oberlandesgericht Wien (4R 62/19w – nicht rk) im Zusammenhang mit Volkswagen festgestellt, dass ein solches Thermofenster eine unzulässige Abschaltvorrichtung ist, der Oberste Gerichtshof hat kürzlich die Frage (10 Ob 44/19x –bei Volkswagen)) dem EuGH vorgelegt, da auch er davon ausgeht, dass es wohl nicht sein kann, dass die Abgasreinigung mehr als die Hälfte des Jahres nicht ordnungsgemäß funktioniert. Sämtliche der oben genannten Verfahren werden von unserer Kanzlei betreut.

Diese Thermofenster sind vermutlich in zahlreichen Diesel-Modellen bei Renault, die nach den Abgasnormen Euro 5 und Euro 6 zugelassen wurden, verbaut. Möglicherweise sind alle Renault-Fahrer von den illegal eingebauten Thermofenstern betroffen sein, die ein Fahrzeug besitzen, das vor dem 1.9.2018 erstzugelassen wurde.

Daimler weist die Vorwürfe bis heute zurück, weil Thermofenster nach Ansicht des Konzerns dem Motorschutz dienen. Doch haben bereits die österreichischen Gerichte, allen voran der OGH, diesem Grundsatz „Motorschutz vor Menschenschutz“ eine Absage erteilt

Nun soll der Europäische Gerichtshof (EuGH) über die Zulässigkeit des Thermofensters entscheiden. Ein Urteil gegen die Autobauer hätte weitreichende Konsequenzen für den kompletten Diesel-Markt.

Manipulationen bei der On-Board-Diagnose (OBD)

Hierbei handelt es sich um Fahrzeugdiagnosesystem, das während der Fahrt alle abgasbeeinflussenden Systeme überwacht. Es besteht der Verdacht, dass dieses bei Renault vorsätzlich manipuliert wurde, damit im Realbetrieb die Lampen nicht wegen überhöhter Abgaswerte (NOX-Werte) aufleuchten. Einen Rückruf in diese Richtung (Warnfunktion des Systems ausgebaut) hat es bei einem Renault Master (Bj. 2015 und 2016) bereits 2018 gegeben.

Abgasskandal Renault: Herbe Wertverluste bei Diesel-PKW

Durch den Abgasskandal hat der Diesel als einstiger Liebling der Österreicher ausgedient. Bereits zum Zeitpunkt des Ankaufes hat der jeweilige Käufer ca. 20 % zu viel bezahlt im Vergleich zu einem unmanipulierten Auto. In Gerichtsprozessen (bis jetzt gegen die Volkswagen AG, aber wahrscheinlich auch für Renault gültig) haben Sachverständige einen zum Zeitpunkt des Kaufes bestehenden Minderwert von ca. 15 – 33 % festgestellt.

Abgasskandal Renault: Warum sollte ich meine Ansprüche jetzt durchsetzen?

Die Manipulationen sollten betroffene Kunden nicht auf sich sitzen lassen und schnell aktiv werden. Mit einer Verjährung der Ansprüche gegenüber dem Hersteller – also Renault – ist nach drei Jahren, demzufolge also frühestens im Jahr 2021 zu rechnen. Wir raten betroffenen Renault-Fahrern aber dennoch, ihre Rechte im Abgasskandal so bald wie möglich geltend zu machen. Im Falle von VW, Audi & Co. wurden viele Kunden bereits erfolgreich wegen des Minderwertes (Wertverlust beim Wiederverkauf) ihres Diesel-Fahrzeugs entschädigt. Und auch gegen Renault laufen in Österreich schon Klagen.

Hinzu kommt, dass der Nutzungsersatz, der vom Kaufpreis in Abzug gebracht wird: dieser steigt, je länger Sie mit dem Auto fahren. Und auch die Gefahr, dass an dem Auto Schäden auftreten, nimmt zu, je länger Ihr PKW in Gebrauch ist.

Abgasskandal Renault: Wie kann ich meine Ansprüche durchsetzen?

Wenn Sie zusammen mit uns gegen Renault vorgehen wollen, stehen Ihnen verschiedene rechtliche Möglichkeiten zur Verfügung.

Rückzahlung des Kaufpreises gegen Rückgabe des Fahrzeuges

Diese Option ist unsere klare Empfehlung. Durch den Abgasskandal haben Diesel-Autos von Renault stark an Wert verloren. Durch die Kaufpreiserstattung haben Sie die Möglichkeit, Ihren Renault-Diesel zu lukrativen Konditionen loszuwerden. Sie fordern den Kaufpreis gegen Rückgabe Ihres PKW zurück oder Sie verlangen einen vergleichbaren Neuwagen, der die europäischen Grenzwerte im Realbetrieb einhält. Ein Nutzungsersatz wird abgezogen, dafür erhalten Sie 4 % Zinsen jährlich auf den Kaufpreis.

Geltendmachung des bereits beim Kauf bezahlten tatsächliche nicht vorhandenen Mehrwertes (Wertminderung, Minderwert)

Es kann gute Gründe geben, warum Sie Ihr Auto behalten möchten. Wenn Sie allerdings trotzdem auf den zu viel bezahlten Betrag nicht verzichten wollen, können Sie Schadensersatz fordern. Dieser beträgt in der Regel ca. 20 % des Kaufpreises.

Kostenrisiko ?

Unser Anspruch ist es, jedem vom Abgasskandal betroffenen Autofahrer die Möglichkeit zu geben, seine Rechte durchzusetzen – ohne Kostenrisiko und ohne Aufwand. Der Abgasskandal bei Renault und die damit verbundenen Auswirkungen, wie Wertverluste oder Fahrverbote, haben bei den Betroffenen bereits tiefe Einschnitte im Geldbeutel hinterlassen. Genau deshalb wollen wir Ihre Kostenrisiken nicht weiter strapazieren.

Vorgehen mit Rechtsschutzversicherung:

Sofern Sie eine Rechtsschutzversicherung haben, übernimmt diese die Kosten zur Geltendmachung Ihrer Ansprüche. Der Vorteil, den Sie als Rechtsschutzversicherter haben: Jeder Cent, den ein Autokonzern oder Händler Ihnen am Ende des Tages zahlt, bleibt bei Ihnen. Wir stellen für Sie kostenfrei die Deckungsanfrage und kümmern uns im Anschluss um die Kommunikation und Abwicklung mit Ihrem Versicherer. Wir empfehlen, uns die Kommunikation mit dem Rechtsschutzversicherer zu überlassen, wir haben die Erfahrung aus hunderten Fällen. Bei der Beauftragung für die Durchsetzung Ihrer Ansprüche senden wir direkt die Deckungsanfrage an Ihre Versicherung. Schneller und einfacher geht es nicht.

Vorgehen ohne Rechtsschutzversicherung:

Falls Sie keine Rechtsschutzversicherung haben sollten, wenden wir uns an Sie, um die weitere Vorgangsweise zu besprechen.

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Wir werden Ihnen innerhalb von 48 Stunden nach Erhalt sämtlicher Informationen eine genaue Auskunft per Email oder telefonisch über Ihre Erfolgschancen geben.

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